| Newsletter | Suche |

Erstmals zum Wintersemester 2008/09 bietet das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität in Gießen in Kooperation mit dem Ausbildungsbereich Zeitgenössischer und Klassischer Tanz der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main den gemeinsam konzipierten und durchgeführten Master-Studiengang „Choreographie und Performance“ (CUP) an.
Er trägt der Einsicht Rechnung, dass sich das Berufsbild des Choreographen entscheidend geändert hat. So wie es für Tänzer und Tänzerinnen in der zeitgenössischen Tanzlandschaft nicht mehr genügt, gut tanzen zu können, sondern sie als choreographisch denkende Performer und Performerinnen ausgebildet werden müssen, erschöpft sich auch die Kunst des Choreographierens nicht länger im Erfinden von Schritten und deren Setzung. Künftige Choreographen müssen auch mit Wissen über den Körper in Bewegung vertraut sein und sollten dieses produktiv einsetzen. Darüber hinaus wird auf den Tanzbühnen spätestens seit dem Tanztheater der 1970er Jahre mit allen dem Theater zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet: Raumkonzepte, der eigenständige Einsatz von Licht und die Verwendung von Sprache gehören heute selbstverständlich zum Repertoire der Kunstform Tanz. Auch der öffentliche Raum wird zunehmend in ästhetische Perspektiven und deren Praktiken miteinbezogen.
Ein wissenschaftliches Interesse am Gegenstand Tanz, Theater und Performance sowie Vorkenntnisse im wissenschaftlichen Arbeiten sind daher erwünscht. Durch diese Doppelqualifikation sollen Künstler, die im Bereich Tanz/Choreographie/Performance arbeiten, in die Lage versetzt werden, kritisch ihre eigene Praxis zu reflektieren und eigenständige künstlerische Ansätze, die sich in einem weiteren gesellschaftlichen und künstlerischen Umfeld behaupten müssen, zu entwickeln und zu vermitteln. Um ein derart umfassendes Denken zu ermöglichen, ist die Vermittlung von historischen und theoretischen Grundlagen ebenso unabdingbar wie die körperliche Praxis während des Studiums in unterschiedlichen Trainingsformen, Bewegungsrecherche und Körperbewusstheitsmethoden.
Der neue Master-Studiengang Choreographie und Performance ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts von "Tanzlabor_21 / ein Projekt von Tanzplan Deutschland", initiiert von Prof. Heiner Goebbels und Prof. Dieter Heitkamp in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main. Seit dem Wintersemester 2008/09 leitet Prof. Dr. Gerald Siegmund den Studiengang CUP.
›Konzept des Master-Studiengangs Choreographie und PerformanceDer MA-Studiengang "Choreographie und Performance" richtet sich an Studierende, die sowohl ein Interesse an wissenschaftlichem Arbeiten im Bereich Tanz und Performance haben und sich in ihrem bisherigen Studium und künstlerischem Werdegang mit den Bereichen Tanz, Körper, Bewegung, Choreographie und Performance intensiv beschäftigt und sich bereits mit eigenen künstlerischen Arbeiten qualifiziert haben.
Der Studiengang wird als konsekutiver Master-Studiengang entwickelt und führt aufbauend auf einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss der Angewandten Theaterwissenschaft, des Tanzes oder einer adäquaten abgeschlossenen Ausbildung plus möglicher mehrjähriger Berufserfahrung, zu einem weiteren berufsqualifizierenden künstlerischen Hochschulabschluß. Ziel ist die Ausbildung von Künstlerpersönlichkeiten, die auf die Komplexität der Anforderungen zeitgenössischer darstellender Kunst im Bereich von Tanz und Performance theoretisch und praktisch vorbereitet sind.
Die berufliche Anwendung der im Studium erworbenen Kompetenzen ist sehr breit gefächert und hängt in hohem Maße von den einzelnen Studierenden, ihren Begabungen, ihrer Vorausbildung und den selbst gewählten Schwerpunkten ab.
Die im Laufe des Studiums erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse können so in eine selbständige künstlerische Laufbahn z.B. im Bereich Choreographie, Performancekunst, Installation oder Videotanz führen. Weitere mögliche Berufsfelder ergeben sich in Tanzdramaturgie (Stadttheater, Produktions- oder Festivaldramaturgie), für Konzeption und Organisation im Bereich Kultur (z.B. Leitung von Tanzfestivals und -wettbewerben), und für journalistische und redaktionelle Tätigkeiten (u.a. Print-Medien). Auch im Bereich "Tanz in Schulen" / "community dance" / "education projects" werden sich für die Absolventen neue Berufsfelder öffnen.
Der Master-Studiengang ist so konzipiert, dass er tanzwissenschaftliche, tanzpraktische und theaterwissenschaftliche Inhalte erweitert, vertieft und in Seminaren sowohl theoretisch reflektiert als auch in praktischen Kursen, szenischen Projekten und eigenen Arbeiten künstlerisch-praktisch erprobt. Das Studium wird mit dem erfolgreichen Abschluss aller Module beendet, die Thesis besteht aus einer eigenen künstlerisch-praktischen Arbeit.
Folgende Module werden in dem zweijährigen Master-Studium Choreographie und Performance (gesamt 120 CP) absolviert:
1. Studienjahr
Tanzgeschichte und Tanztheorie
Zeitgenössische Ästhetik und Performance
Choreographie/künstlerische Praxis
Tanzpraxis, Körperbildung, Bewegungsforschung
Kunst und Musik
Management und Organisation
Profilbildung
2. Studienjahr
Körperinszenierung
Spezialisierungsmodul
Assistenzmodul
Künstlerische MA-Thesis
Die künstlerische Eignungsprüfung als eine der Zulassungsbedingungen ermöglicht es, Studierende dezidiert nach ihren Begabungen und Qualitäten, die sie für diesen Studiengang prädestinieren, auszuwählen. Die geringe Studierendenzahl (pro Jahrgang ca. 3-5) ermöglicht den Lehrenden, die einzelnen Studierenden gezielt zu fördern.
Formale Zugangsvoraussetzungen
Für die Zulassung zum Master-Studiengang „Choreographie und Performance“ sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
BA Angewandte Theaterwissenschaft an der JLU Giessen (Mindestnote: gut oder besser) oder: BA (oder Äquivalenter Abschluss) in einem theaterrelevanten Studiengang mit Schwerpunkt Tanz und/oder Performance (Mindestnote: gut oder besser)
und künstlerische Eignungsprüfung (künstlerische Mappe, BA-Thesis oder äquivalente wissenschaftliche Arbeit, mündliche Eignungsprüfung).
Zulassungsvoraussetzung ist zudem die gründliche Kenntnis der deutschen und englischen Sprache. (Näheres regelt die Spezielle Ordnung).
Zum Studium kann nur zugelassen werden, wer besondere Kenntnisse und Fähigkeiten nachweist, die einen erfolgreichen Abschluss des Studiums im Master-Studiengang „Choreographie und Performance“ auch in ästhetischer und künstlerischer Hinsicht möglich erscheinen lassen. Die erforderliche ästhetische Urteilskraft und künstlerische Befähigung wird im Rahmen einer Eignungsprüfung festgestellt.
Aktuelle Informationen auf der Homepage des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft.
The Institute for Applied Theatre Studies, Justus-Liebig-University of Giessen in cooperation with the Contemporary and Classical Dance Department of the University of Music and Performing Arts in Frankfurt/Main, is offering a Masters degree in “Choreography and Performance” (CUP) for the first time.
It is a reaction to the fact that the job description of the choreographer has changed dramatically. Just as it is not sufficient to be able to dance well in the contemporary dance field, but that they have to be trained as choreographically thinking performers, the art of choreography is no longer in deciding on steps and their specification. Future choreographers must be converse with knowledge of the body in movement and should use this productively. Furthermore, all varieties of means at a stages’ disposal, at least since dance theatre of the 1970s, are utilised. Space concepts, independent use of light and the use of language naturally belong to the repertoire of the dance artform. Even public spaces are increasingly incorporated in aesthetic perspectives and their practices.
As a result of this development an interest in academic work and knowledge in scholarly working methods concerning the field of dance, theatre, and performance is desirable. This double qualification enables artists who work in those fields to critically reflect on their own practice and to develop and communicate independent approaches, which have to hold their ground in social and artistic surroundings. In order to enable such a comprehensive way of thinking, the communication of historical and theoretical basics are as indispensable as bodily practice during the degree in various forms of training, research into movement and body consciousness methods.
The new Masters degree in Choreography and Performance is a considerable component of the whole concept of „Tanzlabor_21/ein projekt von Tanzplan Deutschland“, initiated by Prof. Heiner Goebbels und Prof. Dieter Heitkamp in collaboration with the Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main. Prof. Dr. Gerald Siegmund is the director of MA CUP.
The MA in „Choreography and Performance“ aims at students who have both an interest in scholarly academic work and who have intensively dealt with the fields of dance, body, movement, choreography, and performance in their studies and artistic processes.
The degree has been developed as a consecutive MA degree and builds on a first professional qualifying university degree of Applied Theatre Studies, dance or adequate completed training plus possible professional experience, spanning over several years, leading to a further professional artistic qualifying degree. The goal is to train artistic personalities, who are prepared for the complexity of the demands of contemporary performing art in the field of dance and performance theoretically and practically.
The professional use of competence gained during the degree is very extensive and depends highly on the individual students, their talent, previous training and the individually-chosen focal points. The capabilities and knowledge attained during the degree can lead to an independent artistic career, eg. In the fields of choreography, performance art, installations or video dance. Further professional fields are dance dramaturgy (town theatre, production or festival dramaturgy), for concept and organisation in the areas of culture (eg. Management of dance festivals and competitions) and for journalistic and editorial capabilities (above all print media). Also in the fields of “Dance in schools”/”Community dance”/”education projects” will open new professional fields to graduates.
The MA has been designed to expand on, deepen and reflect theoretically in seminars as well as in practical courses on dance-scientific, dance-practical and theatre-scientific content and sample one’s own work artistically and practically. The degree is completed with a successful completion of all modules, the thesis consists of one’s own artistic practical work.
The following modules are completed in the two year Masters degree in Choreography and Performance (in total 120 CP):
1. Year of Study
Dance history and dance theory
Contemporary aesthetics and performance
Choreography/artistic practice
Dance practice, body formation, movement research
Art and music
Management and organisation
Formation of profile
2. Year of Study
Body staging
Specialisation module
Assistance module
Artistic MA thesis
The artistic entrance examination enables, as one of the admission conditions, the choice of students, who are predestined for this degree, according to their aptitude and talent. The low number of students (3-5 per year) enables the teachers to support individual students systematically.
Formal Conditions
For admission to the Masters degree in “Choreography and Performance”, the following conditions are in place:
BA in Applied Theatre Studies at the JLU Giessen (Minimum mark: 2 or better) or:
BA (or equivalent degree) in a theatre-relevant degree with focus on dance and/or performance (Minimum mark: 2 or better)
And artistic entrance examination (artistic portfolio, BA thesis or equivalent scientific work, oral examination).
An additional condition is a basic knowledge of German and English. (Full particulars found in the “Spezielle Ordnung”).
Only those who show special knowledge and capabilities which possibly enable a successful completion of the Masters degree “Choreography and Performance” also from an aesthetic and artistic viewpoint can be admitted. The necessary aesthetic power of judgement and artistic aptitude is determined within the framework of an entrance examination.
Workshops during the recent semester until now e.g. with Alice Chauchat and Mette Ingvartsen ("Choreographic Writing Practices"), Ana Vujanovic and Sasa Asentic ("Methodological Games"), Kaya Kolodziejczyk ("Re/Construction"), Petra Sabisch ("Relate..."), Nicole Peisl ("Training-Research"), and Ana Vujanovic and Petra Sabisch ("everybodys and Walking Theory propose: Modes of production").
© Hessische Theaterakademie