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Das zeitgenössische Theater ist vielfältigen Struktur- und Paradigmenwechseln unterworfen. Die Schauspielausbildung an der HfMDK möchte diesen Entwicklungen Rechnung tragen. Ziel ist es, eine kreative Schauspielerpersönlichkeit zu fördern, die klassische und moderne Techniken des Spiels beherrscht, über ästhetische Positionen und ihre eigene Zeitgenossenschaft in künstlerischer, historischer und gesellschaftlicher Hinsicht reflektieren kann, Verantwortung und Eigeninitiative als Solist und Ensemblespieler übernimmt und noch die Vermittlung ihrer Künstlerpersönlichkeit zu leisten vermag.
Im Kontext der anderen Darstellenden Künste wird sich die Ausbildung des Schauspielers zukünftig noch stärker mit der Regie-, Tanz- und Musiktheater verbinden und zugleich mit den benachbarten Ausbildungsinstitutionen wie HFG (Video und Film), der Fachhochschule Dieburg (Hörbuch) sowie der Dramaturgie an der Goethe-Universität und der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen durch gemeinsame Lehrangebote und Projekte verknüpft werden. Im Verbund der HTA wird die Praxisnähe zu den Hessischen Theatern durch Inszenierungen und den Austausch von Schauspielern und Regisseuren als Lehrbeauftragte des Ausbildungsbereiches intensiviert. Die Leitbegriffe des zukünftigen Profils sind: hohe Qualität durch intensive, persönliche Betreuung, Praxisnähe durch die HTA, Vermittlung ans Theater durch die Zusammenarbeit mit Künstlern auf nationaler und internationaler Ebene, Qualitätssteigerung durch Interdisziplinarität.
›StudienverlaufDas Lehrangebot umfasst sechs Grundsäulen der Ausbildung: Körper, Stimme, Theorie, Szene, Medien und Berufsvermittlung. Im Bewegungsunterricht setzen wir auf Körperbildung und Bewegungstechniken, die zu einem darstellenden Spiel befähigen, unter anderem mit den Fächern Feldenkrais, Tai-Chi, Tanzimprovisation, Stepp- und Gesellschaftstanz, Akrobatik, Maske, Bühnenkampf in regelmäßigen Unterrichten und Workshops zu Pantomime, Lecoq oder Clown. Im Bereich der Stimmbildung und Textgestaltung bieten wir Gruppen- und Einzelunterrichte, die verschiedene Lehrmethoden vermitteln und durch Gesangsstunden ergänzt werden. Der Theorieunterricht beinhaltet Theatergeschichte, Inszenierungsanalyse, Lektürekurse und die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen, die Grundlage eines Theaterprojektes werden können. Um die neuen Medien in unsere Ausbildung zu integrieren, bieten wir Mikrofonsprechen beim Hessischen Rundfunk an und Acting for Camera in Workshops, ergänzt durch die Produktion von Kurzfilmen. Im Bereich Berufsvermittlung stehen Bühnenrecht, Produktionsmanagement und Agenturvermittlung mehr und mehr im Vordergrund. Der Szenen- und Rollenunterricht wird geprägt durch die Praxisnähe unserer Lehrer, die unterschiedlichste Theatererfahrungen mitbringen und selbst auf der Bühne stehen. Durch ein vielfältiges Ensemble von Rollenlehrern soll den Studierenden die Möglichkeit geboten werden, verschiedenste Herangehensweisen an Rollen und Figuren kennen zu lernen und eine eigene zu entwickeln. Die regelmäßigen Unterrichte werden durch Workshops mit renommierten Künstlern ergänzt, und der Ausbildungsstand in Vorspielabenden, Eigenprojekten, Liederabenden sowie Inszenierungen präsentiert. Außerdem können Studierende nach dem dritten Semester in Absprache mit der Ausbildungsdirektion Drehtermine oder zeitlich begrenzte Theaterengagements annehmen.
Der Zugang zu diesem komplexen Studium ist durch eine künstlerische Aufnahmeprüfung möglich, in der die Begabung ermittelt wird. Die Bewerber dürfen die Altersgrenze von 25 Jahren nicht überschreiten und müssen in der Prüfung nachweisen, dass sie durch die Präsentation von mindestens zwei Rollen (eine aus der klassischen und eine aus der modernen Theaterliteratur) eine schauspielerische Fähigkeit hinsichtlich der Stimme, Sprache und des gestischen Ausdrucks mitbringen. An zwei zusätzlichen Prüfungstagen wird durch Unterrichte, Improvisationsaufgaben und Vorspielsituationen ihre Phantasie, Flexibilität und soziale Kompetenz geprüft.
Im Ausbildungsbereich sind drei feste Professoren tätig und über zwanzig Lehrbeauftragte, deren Ziel es ist, die Studierenden für die vielfältigen Spielweisen des zeitgenössischen Theaters auszubilden und sie persönlich zu begleiten. Dies kann nur bei einer Klassengröße von acht Studierenden in vier Jahrgängen gewährleistet werden. Studienaufenthalte im Ausland sind möglich. Als Leiterin des Studiengangs konnte die renommierte Dramaturgin Prof. Marion Tiedtke gewonnen werden.
Contemporary theater is subject to many structural and paradigmatic changes. In its actors training, the University for Music and Performing Arts (HfMDK) wants to stay abreast of these changes. The aim is to cultivate creative actors’ personalities who have mastered classical and modern techniques of acting, are capable of reflecting aesthetic positions and their own contemporariness from an artistic, historic and social point of view, show responsibility and initiative as soloists and actors in an ensemble and are also able to communicate their artistic personality.
In the context of other performing arts, the training of actors will in the future form even stronger alliances with stage direction, dance, opera and musical theater and simultaneously be associated with neighboring educational institutions such as the Academy of Design/HfG (video and film), the University of Applied Sciences in Dieburg (audio books), as well as the Dramaturgy department at the Goethe-University and Applied Theater Studies in Giessen via shared courses, classes and projects. In the Hessian Theater Academy network (HTA), close proximity to theatrical practice at Hessian theaters is intensified by student participation in productions and actors and directors visiting the program to teach. Key aspects of the future profile are: high standards due to intensive and personal mentoring, close association with theatrical practice through the Hessian Theater Academy network (HTA), placement at theaters through collaboration with artists on a national and international level, quality enhancement through an interdisciplinary approach.
The program covers six basic pillars of education: body, voice, theory, scene study, media awareness and career placement. In the movement classes, we focus on body development and movement techniques that enable students to perform on stage. These are e.g. regular classes in Feldenkrais, Tai-Chi, dance improvisation, tap dance and ballroom dance, acrobatics, masque, stage fighting and workshops on pantomime, Lecoq or clownery. In the field of voice training and text analysis, we offer group classes and individual tutorials, in which various teaching methods are taught and supplemented with singing lessons. Classes on theory cover the history of theater, performance analysis, in-depth text study and the discussion of social-political issues that may become the starting point of a theater project. To integrate new media into the training, we offer classes in microphone use at the Hessian Broadcasting Station and Acting for Camera in workshops, as well as promote the participation in the production of short movies. To prepare students for their future profession, knowledge of theater law, production management and how to get in touch with agencies are increasingly emphasized. Scene studies and character development classes profit from the lecturers’ professional experience in various fields including performing on stage themselves. The diverse group of lecturers gives students the chance to get to know different approaches towards roles and character development as well as develop their own approaches. Regular classes are supplemented by workshops led by renowned artists, and the results of each semester are presented in scene demonstrations, student projects, song recitals, as well as productions. Moreover, from the end of the third semester onwards, students may accept shooting dates or temporary theater engagements, after prior consultation with the director of the program.
The program has three regular professors and over twenty lecturers, who task is to prepare students for the various modes of acting in contemporary theater as well as provide individual coaching. This is only possible in classes of no more than eight students per year. A study semester abroad is also possible. We are very proud that the renowned dramaturge Prof. Marion Tiedtke could be won as director of the program. Having worked as a dramaturge at the Münchner Kammerspiele under the artistic direction of Frank Baumbauer, she contributed significantly to development of the theater’s profile and has worked with various directors, among them Andreas Kriegenburg, Amélie Niermeyer, Luk Perceval, Thomas Ostermeier and Martin Kusej.
© Hessische Theaterakademie