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Frankfurt LAB vergibt vier Postgraduiertenförderungen „Künstlerisches Forschen“ an Alumni der Hessischen Theaterakademie

 Auch 2016 ermöglichte es eine Initiative des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst dem Frankfurt LAB, vier Forschungsförderungen an ehemalige Studierende der Hessischen Theaterakademie zu vergeben. Die Ausschreibung richtete sich an Alumni, die einen Bachelor- oder Masterabschluss, ein Diplom oder eine Promotion in einem der elf HTA-Studiengänge Dramaturgie, Schauspiel, Regie, BA Angewandte Theaterwissenschaft, MA Angewandte Theaterwissenschaft, Bühnen- und Kostümbild, Zeitgenössischer und Klassischer Tanz, Choreographie und Performance, Contemporary Dance Education, Theater- und Orchestermanagement sowie Gesang/Musiktheater in Frankfurt/M., Gießen oder Offenbach/M. abgeschlossen haben. Die Postgraduiertenförderung wird ausschließlich durch Mittel des HMWK in Höhe von 25.000 Euro ermöglicht. 

Vergeben wurden Förderungen in Höhe von bis zu 6.000 Euro, die das Erarbeiten künstlerischer Projekte – ob alleine oder im Team – ermöglichen sollen, welche sich in ihrer Herangehensweise als künstlerische Forschung definieren lassen. Mit der Förderung soll ein Freiraum geschaffen werden besonders für künstlerische Arbeiten, deren Entwicklung (z. B. gerade wegen ihres Forschungsanspruchs) im Produktionsrahmen der Theaterinstitutionen nicht möglich ist. Darüber hinaus soll durch das Programm das Alumni-Netzwerk der HTA gestärkt werden. Das HTA-Postgraduiertenprogramm „Künstlerisches Forschen“ wird vom Frankfurt LAB realisiert, das den Stipendiat_innen nach Möglichkeit die notwendigen räumlichen und technischen Ressourcen zur Verfügung stellt. Präsentationen der vier Projekte werden ebenfalls vom Frankfurt LAB organisiert. 

Auf Basis einer erfreulichen Bewerbungslage hat sich eine fünfköpfige Jury, bestehend aus Vertretern des Frankfurt LAB und Lehrenden der HTA, für die Förderung vier ambitionierter Forschungsprojekte von vier Künstler_innen entschlossen. So setzt sich die Performancekünstlerin Arnita Jaunsubrena (ATW) in ihren künstlerischen Forschungsprojekt „Tier als Sache“ (AT) mit Prozessen der Vermenschlichung von Tieren in Literatur, Kunst und Wissenschaft auseinander. Regisseur Jens Heitjohann (ATW) beginnt mithilfe der Förderung seine Langzeitarbeit „Sketches“, in welcher er ein Archiv nicht realisierter performativer Projekte der vergangenen sechzig Jahre aufbauen wird. Zwei weitere Förderungen gehen an Absolventinnen des Masterprogramms Contemporary Dance Education (MA CoDE) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Katja Mustonen setzt sich in ihrem Forschungsprojekt „The Force of Nature“ mit den Arbeitsweisen der US-amerikanischen Choreographin Sara Shelton Mann auseinander, während Laura Hicks eine neue künstlerisch-praktische Methode entwickeln wird: Mithilfe des „Kinaesthetic Mapping“ erforscht sie Bewegungsimpulse und deren ästhetisches Potential in individuellen, unbewussten Bewegungsmustern.

Die Postgraduiertenförderung „Künstlerisches Forschen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Frankfurt LAB und Hessischer Theaterakademie, ermöglicht durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Das Frankfurt LAB versteht sich als Produktionsort für Projekte der neuen Musik und der darstellenden Kunst, als Raum für Experimente, die sich innerhalb der organisatorischen und räumlichen Zwänge von Repertoiretheatern nicht verwirklichen lassen. Unter dem Dach der Hessischen Theaterakademie sind alle an der Theaterausbildung beteiligten Hochschulen in Hessen als auch die Hessischen Staatstheater, alle Stadttheater und darüber hinaus auch Theater in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vernetzt. Als ‚Akademie von unten‘ basiert sie nicht nur auf der offenen und immer enger werdenden Zusammenarbeit der Lehrenden und IntendantInnen, sondern auch auf den vielen Initiativen der Studierenden des Netzwerks.