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Frankfurt LAB vergibt vier Postgraduiertenstipendien „Künstlerisches Forschen“ an Alumni der Hessischen Theaterakademie

 Erstmals 2015 ermöglichte es eine Initiative des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst dem Frankfurt LAB, vier Forschungsstipendien an ehemalige Studierende der Hessischen Theaterakademie zu vergeben. Die Ausschreibung richtete sich an Alumni, die einen Bachelor- oder Masterabschluss, ein Diplom oder eine Promotion in einem der elf HTA-Studiengänge Dramaturgie, Schauspiel, Regie, BA Angewandte Theaterwissenschaft, MA Angewandte Theaterwissenschaft, Bühnen- und Kostümbild, Zeitgenössischer und Klassischer Tanz, Choreographie und Performance, Contemporary Dance Education, Theater- und Orchestermanagement sowie Gesang/Musiktheater in Frankfurt/M., Gießen oder Offenbach/M. abgeschlossen haben. Die Postgraduiertenförderung wird ausschließlich durch Mittel des HMWK in Höhe von 25.000 Euro ermöglicht. 

Vergeben wurden Stipendien in Höhe von bis zu 6.000 Euro, die das Erarbeiten künstlerischer Projekte – ob alleine oder im Team – ermöglichen sollen, welche sich in ihrer Herangehensweise als künstlerische Forschung definieren lassen. Mit der Förderung soll ein Freiraum geschaffen werden besonders für künstlerische Arbeiten, deren Entwicklung (z. B. gerade wegen ihres Forschungsanspruchs) im Produktionsrahmen der Theaterinstitutionen nicht möglich ist. Darüber hinaus soll durch das Programm das Alumni-Netzwerk der HTA gestärkt werden. Das HTAPostgraduiertenprogramm „Künstlerisches Forschen“ wird vom Frankfurt LAB realisiert, das den Stipendiatinnen nach Möglichkeit die notwendigen räumlichen und technischen Ressourcen zur Verfügung stellt. Präsentationen der vier Projekte werden ebenfalls vom Frankfurt LAB organisiert. 

Auf Basis einer erfreulichen Bewerbungslage hat sich eine fünfköpfige Jury, bestehend aus Vertretern des Frankfurt LAB und Lehrenden der HTA, für die Förderung vier ambitionierter Forschungsprojekte von vier Künstlerinnen entschlossen. So sucht sich die Choreographin Hannah Shakti Bühler (CoDE) nach innovativen Formen der Dokumentation ephemerer Kunstpraktiken wie Tanz und Performance Art: Was passiert, wenn sich kreativer Prozess und Dokumentation vermischen? Die Medienkünstlerin Julia Krause (ATW) erforscht in ihrem Projekt This Story is Fiction Darstellungen des ‚Anderen‘ in Ost- wie WestFilmen der 1940er bis 1980er Jahre und geht somit der Frage nach, wie wechselseitige Fiktionalisierungen dazu führen, (nationale) Identität zu konstruieren und zu festigen.Die Regisseurin Marion Schneider (ATW) wendet sich dem Genre des Radio-Essays zu und fragt nach den Möglichkeiten der Versinnlichung akademischer Sprache, indem sie die Praxis chorischen Sprechens mit theoretischen Texten konfrontiert – über Fragen des Chores, der Kollektivität und der Gemeinschaft. Ajda Tomazin (CuP), ebenfalls Choreographin, möchte im Rahmen einer Social Choreography in Frankfurts Innenstadt eine loveyourself zone einrichten, in der Formen intimer Teilhabe ausprobiert und entwickelt werden können – in eigens dafür entwickelten Kostümen. 

Die Postgraduiertenförderung „Künstlerisches Forschen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Frankfurt LAB und Hessischer Theaterakademie, ermöglicht durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Das Frankfurt LAB versteht sich als Produktionsort für Projekte der neuen Musik und der darstellenden Kunst, als Raum für Experimente, die sich innerhalb der organisatorischen und räumlichen Zwänge von Repertoiretheatern nicht verwirklichen lassen. Unter dem Dach der Hessischen Theaterakademie sind alle an der Theaterausbildung beteiligten Hochschulen in Hessen als auch die Hessischen Staatstheater, alle Stadttheater und darüber hinaus auch Theater in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vernetzt. Als ‚Akademie von unten‘ basiert sie nicht nur auf der offenen und immer enger werdenden Zusammenarbeit der Lehrenden und IntendantInnen, sondern auch auf den vielen Initiativen der Studierenden des Netzwerks.