HessischeTheaterakademie

 
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Strategien begrenzter Beunruhigung für ein weiterhin beruhigtes Leben

Aufführung

Von und mit: Daniel Schauf, Philipp Scholtysik, Malte Scholz, Bettina Földesi, Julia Schade u.a.
Eine Drittmittelproduktion in Zusammenarbeit mit studioNAXOS.

Auf einem Schulhof in – sagen wir – London ließ ein Schulkamerad meines – sagen wir – Enkels über die Lautsprecher der Schule einen Song von Lily Allen ertönen: „Fuck you, fuck you, very much, cause we hate what you do and we hate your whole crew“. Ich gebe zu, das rebellische Kind in mir bewunderte diese Vereinnahmung der schulischen Lautsprecheranlage. Wenn ich in masochistischer Stimmung bin, höre ich das Radio „Fuck you, fuck you“ gegen, Liberale, Homosexuelle und Sozialisten singen und bin besorgt über den Zustand der Welt und die Wirkung des „Fuck you, fuck you“ auf meinen Enkel. Im Alter bin ich nicht sonderlich glücklich mit Feststellungen wie: „Was soll man da machen?“ Resignation ist kein gutes Vermächtnis.* Die meisten Menschen sind geübt darin, zu vertrauen, persönlich wie sozial. Wer sich der Praxis des Vertrauens verweigert, erscheint verrückt. Es ist unwahrscheinlich, dass man sich sicher fühlt, wenn der andere sagt: „ich verspreche dir, dich nicht zu ermorden.“ Vertrauen verträgt keine Ironie, verträgt kein Theater.
(* Aus Richard Sennett: Zusammenarbeit)

Aufführungen

21.11.2015, 20.00 Uhr, studioNAXOS
19.11.2015, 20.00 Uhr, studioNAXOS