HessischeTheaterakademie

 
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mit Schauspielstudierenden

Shoot/Katzelmacher/Repeat

Rainer Werner Fassbinder / Mark Ravenhill

Regie
Susanne Wolff

Bühne
Anne Ehrlich

Kostüme
Raphaela Rose

Dramaturgie
Dagmar Borrmann

Besetzung: (3. Jahrgang Schauspiel HfMDK)
Alrun Hofert, Gesa Köhler, Isabella Knöll, Paula König, Cennet Voß, Felix Bold, Niklas Hugendick-Braasch, Tim Werths, Robert Will

Einen Zorn hab ich. Sonst nichts.

Was bringt besorgte Bürger dazu, im Namen der Sicherheit mittelalterliche Foltermethoden gut zu heißen? Was veranlasst Zwanzigjährige, einen Gleichaltrigen zusammen zu schlagen, weil er eine andere Sprache spricht? Warum ist das Andersartige so bedrohlich? Und ist Gewaltausübung demokratisch legitim, wenn die Masse es will?

Die Regisseurin Susanne Wolff nennt die Inszenierung »einen Abend über Aggression« und montiert Rainer Werner Fassbinders Stück »Katzelmacher» mit einem Kurzdrama aus Mark Ravenhills Collage »Wir sind die Guten (Shoot /Get treasure / Repeat)«. Fassbinders Stück spiegelt die Reaktion der bundesdeutschen Gesellschaft auf die ersten Gastarbeiter ­­und ist inzwischen ein Klassiker über das Entstehen von Fremdenhass: In einer bayerischen Vorstadt-Siedlung schlagen junge Leute die Zeit tot, fechten ihre Rangkämpfe aus, träumen von der großen Karriere. Plötzlich ein Fremder: ein Grieche, Gastarbeiter. Einer, über den man so gut wie nichts weiß und der auch so gut wie nichts sagt. Und sich deshalb so gut eignet für Projektionen aller Art. Als sich auch noch das attraktivste Mädchen der Gruppe mit dem Griechen einlässt, ist allen klar: »Der Fremdarbeiter muss weg. Da gehören wir her und sonst nix.« Mark Ravenhill schrieb seine Collage »Wir sind die Guten« als Reflex auf die Terror-Anschläge in der Londoner U-Bahn im Jahr 2005. Ravenhill entwirft in sechzehn Kurzdramen eine Dystopie, wie sich eine demokratische Gesellschaft unter der Terror-Bedrohung radikalisiert und im Namen der Sicherheit schleichend ihre eigenen Werte aufgibt. Der Text »Gestern gab es einen Vorfall» spielt am Tag nach einem Anschlag. Der Täter ist gefasst, aber die Zeugen des Vorfalls melden sich nicht. Die aufgebrachten Bürger sind sich einig:gegen diese Feiglinge, die in der schweigenden Masse untertauchen, muss etwas unternommen werden. Brandmarken sollte man sie, damit sie immer und überall zu erkennen sind. Ein Gesetz muss her, das die Maßnahme legalisiert, und siehe: die demokratischen Strukturen funktionieren. Der Wille der Mehrheit wird parlamentarisch abgesegnet, und schon finden unter dem Jubel der Bürger die ersten öffentlichen Brandmarkungen statt.

Eine Koproduktion der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und dem Schauspiel Frankfurt im Rahmen der Hessischen Theaterakademie.

Aufführungen

25.06.2016, 19.00 Uhr, Schauspielschultreffen Bern
12.06.2016, 18.00 Uhr, Bockenheimer Depot
06.06.2016, 19.30 Uhr, Bockenheimer Depot
30.05.2016, 19.30 Uhr, Bockenheimer Depot
28.05.2016, 19.30 Uhr, Bockenheimer Depot
27.05.2016, 19.30 Uhr, Bockenheimer Depot
21.05.2016, 19.30 Uhr, Bockenheimer Depot
20.05.2016, 19.30 Uhr, Bockenheimer Depot