HessischeTheaterakademie

 
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mit Studierenden der HTA

KINDER DER SONNE

von Maxim Gorki

Regie: Nick Hartnagel
Ausstattung: Tine Becker
Musik: Lukas Lonski
Film/Video: Charlotte Boesling (ATW), Janna Athena Pinsker (CUP)
Dramaturgie: Nadine Wiedemann
Regieassistenz: Twyla Zuschneid
Mit: Camil Morariu, Insa Jebens, Karlheinz Schmitt, Lene Dax, Maximilian Heckmann,
Victoria Schmidt

Die Liebe, der Mensch, die Revolution - würde man das Werk Maxim Gorkis mit drei
Schlüsselbegriffen charakterisieren wollen, müsste man wohl diese wählen. Er unterstützte
den Gedanken der Revolution und lotete in seiner schriftstellerischen Arbeit gleichzeitig die Möglichkeiten aus, Wandel mit Liebe und Menschlichkeit herbeizuführen. Der große russische Schriftsteller propagierte nicht die reine Diktatur des Proletariats. Er vertrat die Utopie einer Revolution, die aufklärerisches Denken, Wirkungsmacht von Kunst und politische Vision in Einklang zu bringen vermag. Nur in dieser Vielschichtigkeit lässt sich "Kinder der Sonne" lesen. Gorki verfasste das Drama 1905 im Gefängnis, wo er aufgrund seiner Unterstützung eines friedlichen Arbeiterprotestes inhaftiert worden war. Die demonstrierenden Arbeiter waren von Soldaten niedergeschossen worden. Gorki verwebte diesen historischen „Blutsonntag“ mit den Cholera-Aufständen von 1892 und zeichnete das tragikomische Bild einer zerfallenen Gesellschaft: Im Hause des Chemikers Protassow schmort die Intelligenzija im eigenen intellektuell-schwärmerischen Saft, der Hausherr vergräbt sich in seine Forschungen und blendet die realen Verwerfungen der Außenwelt aus. Seine Frau Jelena fühlt sich vernachlässigt und lässt sich vom Maler Wagin umwerben. Seine sensible Schwester Lisa hat Angstattacken und Lebensängste. Und da ist noch die reiche Witwe Melanija, die Protassow auf das Lächerlichste anbetet, und der Tierarzt Tschepurnoj, der schon seit langem in Lisa verliebt ist. Protassows Credo „Wir Menschen sind alle Kinder der Sonne!“ demontiert sich in der Konfrontation mit realen sozialen Konflikten, personifiziert von den Hausangestellten um den brutalen Schlosser Jegor.
Die Ignoranz der Intellektuellen in ihrem Elfenbeinturm bricht zusammen, als die Revolution buchstäblich die Hände an die Bürgerhälse legt. Dabei lässt Gorki keine eindeutige Position zu. Er liebt seine Protagonisten, entwirft sie als umeinander kreisende Planeten mit guten Absichten, Träumen und Gefühlen, die zusammenkommen könnten, wenn sie nur einander finden würden.

Aufführungen

21.04.2018, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg
17.04.2018, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg
04.04.2018, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg
01.04.2018, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg
29.03.2018, 19.30 Uhr, Premiere, Landestheater Marburg