HessischeTheaterakademie

 
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HfMDK Regie

Das Wetter

Aufführung

Regie: Jan Philipp Stange, Bühne: Jakob Engel, Kostüme: Anthoula Bourna, Video: Jonas Alsleben, Ton: Jacob Spengemann, Dramaturgie: Matthias Günther
mit Frank Böttcher, Bekim Latifi, Friederike Zörner uva.

Ein feiner Nebelvorhang hängt über den Morgenstunden. Von der See her weht schwacher
Wind in Richtung eines südöstlichen Tiefdruckgebiets. Nach dezentem Druckabfall in
Bodennähe verstärkt er sich, trägt den Nebel fort und entblößt am späten Vormittag die
Frühlingssonne. Sie geht still auf ihren Zenit zu und erwärmt die aufsteigende Luft, bis gegen zwei Uhr die Höchsttemperatur erreicht wird. Am frühen Nachmittag schieben sich Wolken vor die Szene. Winde fahren auf. Leichter Nieselregen kündigt einen Wetterumschwung an. Lange hatte das Theater kein Dach über dem Kopf. Es fand unter freiem Himmel statt, direkt unter den Augen der Götter. Wind und Wetter waren natürliche Bestandteile der Dionysien, Blitz und Donner spielten in der Tragödie sich selbst. Die unbeherrschbare Natur war unteilbar verbunden mit der Poesie. Inzwischen sind Himmel und Theater getrennt. Die Angst vor dem, was „draußen“ ist, hat das Wetter ausgesperrt. Dabei ist das Naturschauspiel der Ursprung des Dramas – Katastrophe und Katharsis sind Geschwister.

Aufführungen

11.06.2018, 20.00 Uhr, Thalia Theater Hamburg