HessischeTheaterakademie

 
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mit Schauspielstudierenden

Dantons Tod

Inszenierung

von Georg Büchner / Regie: Veit Kassel / Video: Marco Russo / Bühne & Kostüme: Udo Herbster / Musik: Maciej Medrala / Dramaturgie: Florian Heller / Mit: Ogün Derendeli, Alexander Garms (a.G.), Michael Golag (a.G.), Angel Krastev (a.G.), Martin Maecker, Jonas Schlagowsky (a.G., 4. Studienjahr Schauspiel) u.a.

Soll nicht eine Idee nicht ebenso gut wie ein Gesetz der Physik vernichten dürfen, was sich ihr widersetzt? (St. Just)

Das Leiden unter der gesellschaftlichen Ungerechtigkeit und die Lust am privaten Lebensgenuss, der Wunsch nach Weltveränderung und das Erkennen der eigenen Handlungsunfähigkeit stehen sich unvereinbar gegenüber. Zeitunabhängig bleiben die Fragen: Wie viel Freiheit erlaubt das allgemeine Glück? Wie viel Gewalt fordert die Gerechtigkeit? Wie lässt sich die entfesselte Bestie des Terrors wieder einfangen? Fünf Jahre sind vergangen seit dem Sturm auf die Bastille. George Danton und Maximilien de Robespierre, einst Brüder im Geiste und Väter der Französischen Revolution, sind zu Erzfeinden geworden. Robespierre gibt dem revolutionären Sieg ohne blutigen Terror keine Chance. Danton fordert Menschlichkeit statt Strafe, Wohlergehen statt Tugend. Er verabscheut die Gewalt. Sein Verhältnis zur Revolution, zur Welt hat sich verändert. Nicht länger will er, wie Robespierre, die eigenen Interessen dem Kampf opfern. Er will genießen. Er, der das Leben bejaht, setzt es damit aufs Spiel. Die Widersacher werden über die Gegensätzlichkeit ihrer Haltungen definiert: Robespierre, der Fundamentalist, Danton, der Humanist. Die Sympathie gilt meist dem letzteren. Und doch ist es Danton, der aus einem tiefen fatalistischen Empfinden des Überdrusses seine Ideale preisgibt, der aus Frustration über die menschliche Natur aufhört zu kämpfen.
Veit Kassels Inszenierung im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses erforscht die Figuren des Dramas als Mitglieder einer politischen Kaste, isoliert in der Zentrale der Macht und unfähig, etwas anderes als die Guillotine zum Medium der politischen Auseinandersetzung zu machen, die sich in einer Atmosphäre allgegenwärtiger Bedrohung entfaltet. Im Fokus stehen Demagogie und Intrigen: Mechanismen des Machterhalts und Versuch der Verwirklichung revolutionärer Ideale zugleich. Wo liegen die Schnittmngen im politischen Taktieren? Wie ist es zwischen Ausschüssen, Parteien und individueller Machtgier um die Umsetzbarkeit gesellschaftlicher Ideale eines egalitären Zusammenlebens bestellt?

Aufführungen

22.10.2011, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg / Gastspiel in Arnstadt
06.10.2011, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg, Fürstensaal
05.10.2011, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg, Fürstensaal
04.10.2011, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg, Fürstensaal
28.09.2011, 19.30 Uhr, Landestheater Marburg, Fürstensaal