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mit Schauspielstudierenden

Der gute Mensch von Sezuan

Inszenierung

von Bertolt Brecht / Regie und Bühne: Ricarda Beilharz / Kostüme: Hanna Zimmermann / Dramaturgie: Anna Bárdos / Mit: u.a. Monika Kroll, Benjamin Krämer-Jenster, Tobias Randel, Doreen Nixdorf, Nils Kreutinger (4. Jahr Schauspiel)

Drei Götter reisen in die chinesische Provinz Sezuan, um einen guten Menschen zu finden. Die Prostituierte Shen Te ist die Einzige, die ihnen ein Quartier anbietet. Sie wird zum Dank von den Göttern mit einem kleinen Kapital ausgestattet und ermahnt, ‚gut zu sein und doch zu leben‘.

Shen Te eröffnet einen Tabakladen, merkt aber bald, dass ihre Hilfsbereitschaft von den Mitmenschen ausgenutzt wird. Sie begreift, dass Solidarität und Warmherzigkeit in den Ruin führen und erfindet ein zweites Ich in Männerkleidern: einen fiktiven Vetter namens Shui Ta. Der ist in allem das Gegenteil von Shen Te: skrupellos, gierig und kaltherzig. Unter seiner Führung wird aus dem kleinen Laden schnell ein Tabakimperium. Als sich Shen Te in den Flieger Yang Sun verliebt, kommt sie mit ihrem Doppelspiel in Konflikt. Eine traurige und wahrhaftige Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.

Brecht stellt in seinem Parabelstück die Frage, ob Gleichheit und Brüderlichkeit, die einst als ideelle Wertgrundlagen der bürgerlichen Gesellschaft formuliert wurden, im entwickelten Kapitalismus nicht traumtänzerische Illusionen sind. Mit der poetischen Erfindung der Doppelfigur She Te/ Shui Ta spielt er durch, welche katastrophalen Folgen das ‚Gutsein‘ hat. Das Gebot der Götter scheitert vorm Wolfsgesetz, aber die Götter bleiben unbelehrbar.

Erste Skizzen zum Stück entstanden 1926. Die Hauptarbeit leistete Brecht im skandinavischen Exil unter der Mitwirkung von Ruth Berlau und Margarete Steffin. Brecht befand sich im amerikanischen Exil, als ‚Der gute Mensch von Sezuan‘ 1943 in Zürich uraufgeführt wurde.

Ricarda Beilharz ist Bühnenbildnerin und Regisseurin. Sie war Leitungsmitglied am Baseler Theater, arbeitete u.a. am Thalia Theater Hamburg, bei den Salzburger Festspielen und den Berliner Festwochen. Zwei Inszenierungen, bei denen sie als Bühnenbildnerin mitwirkte, waren zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Dem Wiesbadener Publikum ist sie durch ihre Inszenierungen ‚Der Nachlass‘, Yasmina Rezas ‚Gott des Gemetzels‘, Schillers ‚Die Räuber‘ und Lessings ‚Emilia Galotti‘ bekannt.

Aufführungen

19.04.2012, 19.30 Uhr, Zum letzten Mal i. d. Spielzeit, Kleines Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden
23.02.2012, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden
19.02.2012, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden
18.02.2012, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden
11.02.2012, 19.30 Uhr, Kleines Haus, Hessisches Staatstheater Wiesbaden
08.01.2012, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
22.12.2011, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
04.12.2011, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus