HessischeTheaterakademie

 
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mit Schauspielstudierenden

Der goldene Drache

Inszenierung

von Roland Schimmelpfennig / Regie: Gerald Gluth-Goldmann / Ausstattung: Andrea Eisensee / Dramaturgie: Annelie Mattheis / Mit: Uta Eisold, Ronja Losert (4. Jahr Schauspiel HfMDK, a. G.), Martin Maecker, Sven Mattke, Tobias M. Walter

Alles geschieht an einem Abend im Sommer: Mit der Rohrzange wird einem jungen Chinesen in der winzigen Küche des „Goldenen Drachen “ ein Zahn gezogen. Der faule Zahn landet in Nr. 6, Thai-Suppe mit Hühnerfleisch. Die Nr. 6 kommt auf den Tisch, an dem zwei Stewardessen sitzen. Im Haus gegenüber steht auf dem Balkon ein alter Mann, hinter ihm die Reste von Nr. 101, gebratenes Rindfleisch mit Morcheln. Seine Enkelin will ihm etwas erzählen. Ihr Freund, mit dem sie im selben Haus unterm Dach wohnt, will kein Kind. Über dem China-Thai-Vietnam-Restaurant besucht eine Frau im roten Kleid zum letzten Mal ihren Mann, der ein gestreiftes Oberhemd trägt. Die blonde Stewardess findet den blutigen Zahn in ihrer Suppe und steckt ihn in die Handtasche. Der Lebensmittelhändler neben dem „Goldenen Drachen“ hat die Nr. 103, zwei Mal, gerade gegessen, als der Mann im gestreiften Hemd noch eine Flasche Schnaps kaufen will. Die beiden betrinken sich in der Wohnung über dem Laden, wo der Händler ein Warenlager und eine Sexsklavin aus China hat. Die Frau im roten Kleid geht endgültig. Der junge Chinese ist schneeweiß.
Schimmelpfennigs surrealistische Textmontagen scheinen von García Marquez oder Michelangelo Antonioni inspiriert und geben für Regisseure keine leichte Vorlage ab. Doch genau dieser Herausforderung setzen sich Theatermacher auf der ganzen Welt gerne aus: In über 40 Ländern sind seine Stücke bisher schon zur Aufführung gelangt. Er ist kein auftrumpfender Visionär oder Provokateur, der das Spektakel auf der Bühne liebt, sondern gilt als Texttüftler, der Motive, Situationen und Figuren auf innige Weise verknüpft. In „Der Goldene Drache“ wirft Schimmelpfennig den Blick auf die Schattenseiten der globalisierten Welt voller Ausbeutung, Gier und Brutalität.

Aufführungen

02.06.2012, 19.30 Uhr, Hessisches Landestheater Marburg
21.04.2012, 19.30 Uhr, Hessisches Landestheater Marburg
13.04.2012, 19.30 Uhr, Hessisches Landestheater Marburg
05.04.2012, 20.00 Uhr, Hessisches Landestheater Marburg
27.03.2012, 19.30 Uhr, Hessisches Landestheater Marburg
17.03.2012, 19.30 Uhr, Premiere, Hessisches Landestheater Marburg