HessischeTheaterakademie

 
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HLT, ATW

Woyzeck

Inszenierung

Konzept, Bühne, Regie: Boris Nikitin (Alumnus ATW)/ Darsteller: Malte Scholz (ATW)/ Technik: Matthias Meppelink (ATW),

Die Inszenierung Woyzeckentstand 2007 in Giessen im Rahmen des Projektes „Theater und Wissenschaft“. Woyzeck wurde 2008 beim Festival 100° im HAU mit dem 1.Preis der Jury ausgezwichnet und 2009 als eine der 10 bemerkenswertesten freien Theaterproduktionen der deutschsprachigen Szene zum Festival Impulse eingeladen.


«Ein guter Mord, ein ächter Mord, ein schöner Mord...» Mit dieser Feststellung endet Georg Büchners Drama. Der historische Fall des Bürgers Woyzeck fand dagegen seinen Abschluss am Galgen und hinterliess der juristischen Welt einen neuen Begriff: die Zurechnungsfähigkeit. Büchner nahm den Fall zum Anlass, um mit seinem Drama eine eigene Version dieses Diskurses zu formulieren.


Woyzeck von Boris Niktin und Malte Scholz beginnt mit einer furiosen Einführung zum Stück durch den Performer. Sein über zehn Minuten dauernder Monolog, ein auf höchster Geschwindigkeit ratterndes, körperliches Denken, fasst zusammen, was sich innerhalb der nächsten Stunde ereignen wird: ein Diskurs um den Begriff der Zurechnungsfähigkeit.



Scheinwerfer liegen verstreut auf dem Boden, eine Nebelmaschine sprotzt leise vor sich hin, Kabel und Mikros hängen von der Decke. Woyzeck verwandelt den Theaterraum in ein Radio-Studio. Für Daheim-Gebliebene ist dieser als Audio-Live-Stream unter www.paraform.ch zu hören. Der Performer ist somit Moderator und gleichzeitig Provisorium der Hauptfigur Woyzeck und stellt seine generelle Frage in den Sende-Raum: «Was spricht da?»



Ein Abend, changierend zwischen kruder Lecture-Performance und experimenteller Radio-Show.

Die Inszenierung ist im Besitz von Tobias Brenk


Presse:

"Im klugen, atmosphärischen Bühnenraum – einzelne Lichtstrahlen werfen Schneisen in ein dunkles Bühnenfeld, in dem ein Schreibtischtäterpult mit Ghettoblaster steht –, zeigen die Giessener eher unterspannt lakonisch, dass man auch das Sprechen über (und im) Theater inszenieren kann. (...) Büchner hätte die Ohren gespitzt."
(Theater heute)


„Dagegen ist „Woyzeck“ von Boris Nikitin und Malte Scholz von großer theatralischer Direktheit und Sinnlichkeit: eine Performance, die von der intellektuellen Lecture zu Beginn – einem ausladend engagierten, philologisch-juristischen Vortrag – direkt ins Spiel fällt und ihm verfällt.(...) Eine spannende, beunruhigend schöne Vorstellung; ein Woyzeck-Hallraum. Anregend und aufregend, weil sie nicht nur ihr Material ernst und beim Wort nimmt, sondern auch die eigenen Mittel.“
(Basler Zeitung)


"Damit hat Nikitin einen frischen Weg zu einem Stück gefunden, das häufig von seiner eigenen Klassizität verdeckt wird.“
(Theater der Zeit)


„Nikitins Umgang mit dem Büchner-Klassiker ist in der Tat ungewohnt und sehenswert.“
(nachtkritik)

Eine Produktion von Boris Nikitin. Mit Unterstützung des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen

Aufführungen

26.11.2012, 20.00 Uhr, Market Theatre Laboratory, Johannesburg, South Africa
25.11.2012, 20.00 Uhr, Market Theatre Laboratory, Johannesburg, South Africa
08.09.2012, 20.00 Uhr, Festival "Grenzenlos Kultur", Mainz