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mit Schauspielstudierenden

FaustIn and out/Der Tragödie zweiter Teil

Inszenierung

von: Elfriede Jelinek und Johann Wolfgang von Goethe / Inszenierung: Tilman Gersch /
Bühne und Kostüme: Henrike Engel / Dramaturgie: Barbara Wendland / Musik: Frank Rosenberger / Mit: Rainer Kühn, Viola Pobitschka, Uwe Kraus, Franziska Beyer, Evelyn M. Faber, Magdalena Höfner, Sybille Weiser, Franziska Werner, Magdalena Wiedenhofer, Zygmunt Apostol, Wolfgang Böhm, Rajko Geith (4. Jahr HfMDK Schauspiel), Nils Kreutinger, Fabian Stromberger /
Musiker: Frank Rosenberger

Das eingekerkerte Gretchen, ihr wirrer Gesang, die wenigen klaren Augenblicke, in denen sie ihr Schicksal begreift – so endet die Tragödie einer jungen Frau, die etwas erlebte, das man heute als Verführung Minderjähriger bezeichnen und streng bestrafen würde. Der Schuldige, ein gewisser Doktor Johann Faustus, geht unbehelligt seiner Wege, noch ganze fünf Akte lang. Er assistiert bei der Erfindung des Papiergeldes, betreibt wilden Mummenschanz, reist durch die Epochen, zeugt einen Sohn, betreibt ein großangelegtes Dammbauprojekt und wird schließlich an der Fortführung seiner Taten und Untaten nur durch den Tod gehindert.

Menschliche Utopien und menschliche Abgrunde, das sind zentrale Aspekte in Johann Wolfgang von Goethes Monumentalwerk ‚Faust‘. Mit gewohnt spitzer Feder hat die österreichische Autorin und Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek nun einen Kommentar, ein ‚Sekundärdrama‘, geschrieben, das die Motive der größten klassischen Dichtung mit unserer Gegenwart verknüpft. In dem fast kabarettistisch anmutenden, hochartifiziellen Sprachkunstwerk wird bei Jelinek das geschändete Gretchen zum Sinnbild für die heutige Frau, die ihren Objektstatus längst überwunden glaubt und doch immer wieder in der Opferrolle landet, vom Vater in den Keller gesperrt, vom Chef wegen eines Bagatelldelikts auf die Straße gesetzt, vom eigenen Anspruch an sich selbst zermürbt und zerrieben. Die Utopie der befreiten Frau (und des befreiten Menschen an sich) wird von den Gesetzen des Kapitalismus unerbittlich zugrundegerichtet, das beklagen Elfriede Jelineks FaustInnen und GeistInnen mit Nachdruck und Humor. Wir konfrontieren sie mit Texten und Szenen aus Johann Wolfgang von Goethes ‚Faust. Der Tragödie zweiter Teil‘, die auch als hochaktuelle Kritik am kapitalistischen System verstanden werden können, und forschen nach, ob nicht doch noch was zu retten ist.

In der vergangenen Spielzeit hat Tilman Gersch im Großen Haus ‚Faust. Der Tragödie erster Teil‘ inszeniert. Seine Auseinandersetzung mit diesem welthaltigen Stoff findet jetzt im Kleinen Haus eine unkonventionelle Fortführung.

Aufführungen

03.07.2013, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
05.06.2013, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
31.05.2013, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
22.05.2013, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
09.05.2013, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
28.04.2013, 19.30 Uhr, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus
26.04.2013, 19.30 Uhr, Premiere, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Kleines Haus