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von Studierenden der HTA

theôría - eine Tagung der ATW-Studierenden

Vortrag

Studierenden des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft

12.7.2013, Probebühne II der ATW, Gießen
Leitung: Prof. Dr. Gerald Siegmund, Georg Döcker und Melchior Hoffmann
Mit freundlicher Unterstützung der Hessischen Theaterakademie

Konzept
Die erstmals stattfindende studentische Tagung theôría steht nicht unter einer bestimmten Fragestellung oder einem Motto und beschränkt sich nicht auf einen einzelnen Gegenstandsbereich der Theaterwissenschaft. Stattdessen formuliert der Titel einen allgemeinen Anspruch an die theaterwissenschaftliche Praxis, und zwar in der etymologischen Konjunktion von „Festschau, Schaufest, Schauspiel“ und „geistigem Anschauen, Betrachten, Untersuchen, Überlegen“ im griechischen theôría einen Auftrag zu sehen, die theaterwissenschaftliche Analyse stets in einer großen Nähe zum Theater selbst zu entwickeln. Diese Nähe, die in theôría zum Ausdruck kommt, muss allerdings -- dem Verständnis von Forschung und Lehre des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft entsprechend -- immer komplex, mithin aporetisch gedacht werden als gegenseitige Bezogenheit, die gerade nicht durch die Identität, sondern durch die Differenz der beiden Pole produktiv wird. Nicht die Übersetzung, nicht die Vermittlung von Theater und Theorie, sondern das unvermittelbare Moment soll das Denken leiten, der Spalt zwischen beiden, der nur übersprungen werden kann, um je ereignishaft und kontingent neue Begriffe vom Theater hervorzubringen.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen stellen MA-Studierende der ATW auf der Tagung theôría ihre je individuellen theaterwissenschaftlichen Forschungsinteressen vor. Sie präsentieren in ihren Vorträgen ihre aktuellen wissenschaftlichen Fragen, die je unterschiedliche künstlerische Positionen, theoretische Kernfragen und Problemfelder des Fachs berühren, und geben damit Einblick in die Vielfalt der Ansätze, die derzeit in der wissenschaftlichen Arbeit am Institut verfolgt werden. Unterstützt wurden die Studierenden bei der Erarbeitung ihrer Vorträge im Rahmen des Kolloquiums von Prof. Dr. Gerald Siegmund, das im Sommersemester 2013 stattgefunden hat.

In Anlehnung an die Theatermaschine, die seit vielen Jahren erfolgreich bestehende Plattform zur Präsentation und Diskussion der künstlerischen Arbeiten der Studierenden, versteht sich theôría als Forum für die Besprechung von deren wissenschaftlichen Arbeiten. Die Tagung zielt demnach darauf ab, den wissenschaftlichen Diskurs unter der Studierenden und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Fachs zu stärken, in der Hoffnung, der Theorie vom Theater neue Perspektiven aufzeigen können.


Vorläufiges Programm

10.00h Gerald Siegmund, Melchior Hoffmann, Georg Döcker: Begrüßung

10.30h Tessa Theisen: Monster. Das Monströse als Denkfigur in (künstlerischen) Schaffensprozessen

11.15h Georg Döcker: Wiederholung und Mimesis. Randbemerkungen zu Lacoue-Labarthes Lektüre von Diderots Paradox

12.00h Katharina Ruth Schmidt und Tilman Aumüller: Die Farce im Leben und In Vertretung meiner Selbst. Beiträge zum Zynismus

13.00h Mittagspause

14.00h Bettina Rychener: Weltenräume: Kapseln, Zelte, Schiffe

14.45h Jan Kühling: Tanzen lernen. Postkoloniale Gesten der Aneignung

15.30h Kathrin Ebmeier: „Ich habe heute leider kein Foto für dich" – über Subjekt- und Bilderproduktion

16.15h Kaffeepause

16.45h Eleonora Herder: Performativität vs. Narrativität? Für ein Theater der Verschwörungstheorie

17.30h Michael McCrae: Theater und die politische Differenz

18.15h Lisa Schwalb: „Weil es wirklich wahr ist.“ Theater als Parrhesia

19.00h Abschluss


Anfahrt
Die Probebühne II befindet sich nicht im Institutsgebäude der ATW, sondern im Schiffenberger Weg 115, 35394 Gießen. Sie erreichen die Bühne mit den Buslinien 10, 801 und 802, Haltestelle Siemensstraße.

Aufführungen

12.07.2013, 10.00 Uhr, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Probebühne II, Schiffenberger Weg 115