HessischeTheaterakademie

 
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MA Dramaturgie

Mark Robson (University of Dundee): Performing Democracy

Friedrich Hölderlin-Gastvorträge in Allgemeiner und Vergleichender Theaterwissenschaft

Eine Veranstaltung der Professur für Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Es ist zu einem Allgemeinplatz geworden, dass man Theater und Demokratie in der westlichen Kultur miteinander in Verbindung bringt. Beide entstehen zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort, und zwar in Griechenland im 5. Jahrhundert v. Ch. Man könnte von daher von einer Koinzidenz von Theater und Demokratie sprechen. Es sei allerdings daran erinnert, dass es neben den allgemeinen Bedeutungen von Koinzidenz im Sinne von Besetzen desselben Gebietes, Raums oder derselben Zeit in der lateinischen Wurzel des Wortes auch die Bedeutung des Fallens gibt, des Fallens auf etwas oder in etwas und sogar, in einem veralteten Gebrauch, des Zusammenfallens, Kollabierens. So wie die Bedeutungen von Theater und Demokratie sich von jenen griechischen Wurzeln entfernt haben, so war die Beziehung zwischen den beiden Begriffen intensiven – und oftmals feindseligen – Prüfungen unterworfen. Der Vortrag untersucht einige jüngere Versuche von Theoretikern wie Praktikern, die Beziehung von Theater und Demokratie (und vice versa) neu zu denken, und wird sich dabei speziell auf die Arbeiten von Hélène Cixous, Jacques Rancière, der britischen Gruppe Punch Drunk und der belgischen Gruppe Ontroerend Goed beziehen.

Mark Robson ist seit 2013 Professor für Theaterwissenschaft und Englische Literatur an der University of Dundee, lehrte und forschte zuvor in Nottingham, Manchester, Leeds und Edinburgh. Forschungsschwerpunkte: Literatur der Frühen Neuzeit und der Moderne, Ethik der Darstellung von Gewalt, Kritische Theorie, Dekonstruktion sowie Gegenwartsdramatik. Er ist auch als Dramatiker tätig. Zahlreiche Publikationen, u.a.: The Limits of Death: Between Philosophy and Psychoanalysis (Mit-Hg. 2000), Jacques Rancière: Aesthetics, Politics, Philosophy (Hg. 2005), The Sense of Early Modern Writing: Rhetoric, Poetics, Aesthetics (2006), Stephen Greenblatt (2008), Shakespeare, Jonson, and the Claims of the Performative (mit James Loxley, 2013).

Kooperation mit dem Erasmus Mundus Program in Performing Arts, der Hessischen Theaterakademie und dem Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität.

Aufführungen

19.11.2013, 18.00 Uhr, Goethe-Universität, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 1.411