HessischeTheaterakademie

 
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Veranstaltung der HTA

Andere Produktionsweisen

Ringvorlesung der Hessischen Theaterakademie (Einführung)

kuratiert von der Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt

Unter dem an Michel Foucaults Aufsatz „Andere Räume“ erinnernden Titel „Andere Produktionsweisen“ stellt die Ringvorlesung der Hessischen Theaterakademie, die in diesem Semester von der Theaterwissenschaft der Goethe-Universität kuratiert wird, Produktionsweisen im Bereich des Theaters in allen seinen Formen vor, die sich von der im deutschsprachigen Raum durch die Institutionen der Stadt- und Staatstheater gesetzten Regel (4-6 Wochen Probenzeit, vorab gegebene Rahmenbedingungen, Trennung der Zuständigkeiten...) unterscheiden. Während der Wunsch nach anderen Produktionsweisen heute in Deutschland zu den Hauptgründen dafür zählt, dass sich Künstlerinnen und Künstler gegen eine Arbeit an den hochsubventionierten Häusern und für eine Arbeit in der „freien Szene“ entscheiden, stellen diese anderen Produktionsweisen in Ländern ohne eine der deutschen vergleichbare Subventionskultur die Regel dar – zumindest unter den Theatermachern, die nicht vorrangig mit dem Ziel einer kommerziellen Vermarktung ihrer Inszenierung arbeiten.

Im Lauf des Sommersemesters 2015 werden verschiedene künstlerische Ansätze vorgestellt, analysiert und diskutiert werden, in deren Mittelpunkt der Versuch steht, anders zu produzieren. Dabei sollen einerseits diese anderen Praktiken beleuchtet werden, andererseits aber auch nach deren gesellschaftlichem, politischem und historischem Hintergrund gefragt werden. Leitfragen lauten dabei: Wie hat sich generell die Arbeit im Bereich der darstellenden Künste verändert? Inwiefern liegt das Politikum heutiger Theaterarbeit nicht zuletzt in der Art und Weise, wie sie produziert wird? An welche historischen Avantgarden knüpfen heutige Künstler*innen ihrem Selbstverständnis nach an? Worin bestehen ihre Revolten und wie lassen sie sich mit den nicht minder harten Zwängen des Arbeitens im freien Bereich verknüpfen?

Gäste sind die folgenden Künstler*innen und Theoretiker*innen: Tino Sehgal (17. 4.), Thomas Lehmen (21. 4.), Mieke Matzke (She She Pop, 28.4.), Leonardo Moreira (19. 5.), Heiner Goebbels (26. 5.), Leon Gabriel (2. 6.), Philippe Quesne (16. 6.). Teil der Ringvorlesung ist daneben eine Exkursion zur Produktion „Cry Trojans“ der New Yorker Wooster Group im Rahmen des „kunstenfestivaldesarts“ in Brüssel mit anschließendem Gespräch mit der Regisseurin Elizabeth LeCompte und Ensemblemitgliedern. (23. 5.)

Aufführungen

14.04.2015, 18.00 Uhr, HfMDK, Raum A 205