HessischeTheaterakademie

 
Newsletter Suche

Veranstaltung der HTA

Exkursion zum kunstenfestivaldesarts in Brüssel / The Wooster Group

HTA Ringvorlesung - "Andere Produktionsweisen"

Theaterwissenschaft der Goethe-Uni

Im Rahmen der Ringvorlesung findet eine eintägige Exkursion zum Kunstenfestivaldesarts in Brüssel statt. Dort schauen wir uns die neueste Produktion der New Yorker Wooster Group an und sprechen im Anschluss mit der Leiterin Elizabeth LeCompte und Mitgliedern des Ensembles. Die Busfahrt wird Student*innen der Hessischen Theaterakademie bezahlt, Kosten entstehen lediglich für die Tickets. Anmeldung an

Die Wooster Group ist eine US-amerikanische Theatergruppe mit Sitz im New Yorker Stadtteil Soho. Ihr Name rührt von der Adresse ihrer eigenen Spielstätte her, der Performing Garage 33, Wooster Street, Soho, New York City. Die Gruppe, bei der Elizabeth LeCompte Regie führt, war und ist Pionier, was den Einsatz von Video im Theater angeht und gehört seit 1975 zu den weltweit einflussreichsten Theaterkollektiven.

CRY, TROJANS! (Troilus & Cressida) entstand als Koproduktion mit der Royal Shakespeare Company beim World Shakespeare Festival in London. In ihrem Versuch, Shakespeares Troilus and Cressida gemeinsam auf die Bühne zu bringen, übernahmen die beiden Ensembles die rivalisierenden Seiten im Trojanischen Krieg: die Wooster Group inszenierte die trojanischen Szenen, während die RSC die griechischen übernahm. Szenen, in denen sowohl Griechen als auch Trojaner involviert waren, wurden von beiden Gruppen inszeniert, wobei jede ihre eigene Version entwickelte. Die beiden Ensembles arbeiteten getrennt und ohne Rücksprache, bis sie einige Wochen vor der Aufführung zusammentrafen, um die beiden Hälften der Inszenierung zusammen zu setzen. Die Naht wurde absichtlich rau belassen, so dass der Kontrast der künstlerischen Ansätze zum vordergründigen Merkmal der Produktion wurde, um das Gegenüberstehen der verfeindeten Kulturen im Spiel zu verdeutlichen.

Auf der Suche nach einer dezidiert amerikanischen Perspektive, mit der sie sowohl der Royal Shakespeare Company als auch der Sprache Shakespeares begegnen könnten, reimaginierte die Wooster Group die Trojaner als Pastiche eines fiktiven Stamms früher Amerikaner, die kämpfen, um ihre Würde im Untergang zu behaupten. Im Anschluss kehrte die Wooster Group nach New York zurück und entwickelte aus der Zusammenarbeit ein unabhängiges Stück. Der Geist der abwesenden Mitstreiter / Gegner manifestiert sich noch in verschiedener Weise, aber zugleich konzentriert sich CRY, TROJANS! auf die Trojanische Seite der Geschichte: die Korruption der aufrichtigen Liebe und den Untergang eines edlen Helden.

Aufführungen

23.05.2015, HTA-Ringvorlesung, Exkursion zum kunstenfestivaldesarts in Brüssel