HessischeTheaterakademie

 
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Das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universtität Giessen

Seit seiner Gründung vor nunmehr über fünfundzwanzig Jahren sieht sich das Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft vor allem als Forschungslabor für Theorie und Praxis zeitgenössischer darstellender Künste – in den Seminaren wie in den vielfältigen künstlerischen Arbeiten der Studierenden: Stücke, Performances, Filme, Hörstücke, Licht-, Video- und Klanginstallationen. Der Studiengang zeichnet sich auch durch eine hohe Eigenverantwortlichkeit der Studierenden aus, die nicht nur die Bühnen-, Video- und Audiotechnik betreuen, sondern selbst jährlich zwei Festivals organisieren. Die so erworbene Kreativität und Teamfähigkeit drückt sich nicht zuletzt auch im Erfolg zahlreicher Performancegruppen aus, die in der zeitgenössischen Theaterlandschaft präsent sind und aus dem Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft hervorgegangen sind – wie z. B. She She Pop, Rimini Protokoll oder Monster Truck.

Ziel des Bachelor- bzw. Master-Studiengangs ist es, die Studierenden mit Theorie und Praxis des Theaters vertraut zu machen und sie zu befähigen, theatrale Künste und Prozesse und ihren kulturellen, geistesgeschichtlichen und gesellschaftlichen Kontexten sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch zu reflektieren. Grundlagen, Funktionen, Ästhetik und historische Formen des Theaters und der angrenzenden Künste werden sowohl in Seminaren und Kolloquien als auch in Szenischen Projekten, Praktischen Kursen und zahlreichen weiteren Angeboten erforscht und auf der eigenen Bühne, in den Video- und Tonstudios erprobt. Zahlreiche internationale Austauschprojekte, Kooperationen mit Tanzlabor_21, mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie, mit Nachwuchsfestivals erweitern die Erfahrungen der Studierenden.

Studienverlauf

Im Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft wird wissenschaftlich und künstlerisch-praktisch zu Themenbereichen wie z. B. Zeitgenössische Theaterästhetik und Performance, Theater und Medien, Theater und Musik u. v. m. gearbeitet. Zudem belegen die Studierenden Lehrveranstaltungen in den beteiligten Fächern Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, den Philologien, Altertumswissenschaft und Philosophie. Die unterschiedlichsten Aktivitäten in den Szenischen Projekten der Gastprofessoren ergänzen diese Anregungen. Die Offenheit und Breite dieses Lehrangebots wird getragen von einem zeitgenössischen Theaterbegriff, für den die Impulse aus der bildenden Kunst, der Musik, des Tanzes, der Architektur, des Films, der Neuen Medien und die Herausforderungen anderer Kulturräume existentiell sind, so dass die Gastprofessoren nicht nur international, sondern auch aus den unterschiedlichsten Disziplinen berufen werden. Eine Hospitanz im BA-Studiengang sowie eine Assistenz im MA-Studiengang sind im Curriculum integriert und häufig Basis zukünftiger beruflicher Beziehungen. Der Bachelor-Studiengang ist konzipiert für Studierende, die ein oft noch relativ ungerichtetes Interesse an Theater, Performance, Life-Art haben und sich im Laufe des Studiums erst auf einen einzelnen Bereich fokussieren: Literatur, Tanz, Musiktheater, Ästhetische Theorie, Akustische Kunst, Performance, Videoinstallation etc. Der Master-Studiengang beinhaltet eine Vertiefung und Erweiterung sowohl der Theorie des Theaters als auch der Praxis der performativen Künste in theoretischer und praktischer Hinsicht. Er bietet die Möglichkeit, im zweiten Jahr den Schwerpunkt entweder auf Theaterpraxis mit einer Abschlussinszenierung oder Theatertheorie mit einer wissenschaftlichen Thesis zu legen.

Dozenten

Mit Prof. Heiner Goebbels ist einer der wichtigsten Protagonisten der zeitgenössischen Musik- und Theaterszene Direktor des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft, dessen künstlerische Praxis sich durch interdisziplinäre Grenzüberschreitungen zwischen Theater, Musik, Literatur und Rauminstallation auszeichnet. Prof. Dr. Helga Finter ist ausgewiesene Spezialistin für Avantgardetheater, Ästhetik der Stimme, Audiovision sowie für postdramatische Text- und Schauspieltheorien. Mit Prof. Dr. Gerald Siegmund ist die dritte Professur mit dem Schwerpunkt Tanzwissenschaft kompetent besetzt. Zu den Gastprofessoren der letzten Jahre zählen renommierte zeitgenössische Künstler wie Marina Abramovic, René Pollesch, Xavier Le Roy, Jerome Bel, Mathilde Monnier, Richard Foreman, Bojana Kunst, Rabih Mroué, Ivana Müller und viele mehr.