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Renommierter Regie-Nachwuchspreis für Studentin der Angewandten Theaterwissenschaft

Beim Körber Studio Junge Regie am Hamburger Thalia Theater gewinnt Caroline Creutzburg, Studierende des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen im Rahmen der Hessischen Theaterakademie, mit ihrer Performance „Nerve Collection“ den mit 10.000 Euro dotierten Jury-Preis.

Die Performance „Nerve Collection“ der Gießener Theaterwissenschaftsstudentin Caroline Creutzburg hat den renommierten Jury-Preis des diesjährigen Körber Studios Junge Regie am Thalia Theater Hamburg gewonnen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Arbeit konnte sich im Rahmen des Wettbewerbs erfolgreich mit neun weiteren Produktionen der deutschsprachigen Ausbildungsstätten für Theaterregie messen.

Das Körber Studio Junge Regie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Hamburg, der Körber-Stiftung und des Thalia Theaters unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins. Seit 2003 treffen sich alle staatlichen Ausbildungsinstitute für Regie und Theater aus dem deutschsprachigen Raum in Hamburg und zeigen Arbeiten ihrer Studierenden. Von Anfang an war auch das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) vertreten.

Die Jury, bestehend aus Julia Lochte (Chefdramaturgin, Thalia Theater), Anne Lenk (Regisseurin), Erich Sidler (Intendant Theater Göttingen), Egbert Tholl (Kritiker, Süddeutsche Zeitung) und Marcus Droß (Dramaturg Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/M.), überzeugte vor allem die selbstbewusste Eigenheit, mit der Creutzburg in ihrer Stückentwicklung ausgehend von autobiographischem Material mit allen Mitteln des Theaters ein bestechendes Bühnengedicht erzeugt. In der Tat: „Nerve Collection“ ist eine eindrückliche und eigensinnige Arbeit von Creutzburg, die sowohl Regisseurin als auch einzige Performerin in diesem Stück ist. Gleich einer Abenteurerin auf Exkursion oder einer Spionin im eigenen Nervensystem erforscht sie dabei vermeintlich erlebte Stimmungen, Gefühlszustände und Kommunikationssituationen und verfremdet sie bis zur lustvollen Unkenntlichkeit. Mit skurrilen selbstgefertigten Kostümen und einem bemerkenswerten Umgang mit Sound- und Lichtdesign eignet sich Creutzburgs Kunst-Wesen auf diese Weise den Raum der Black-Box-Bühne an, der sich im Laufe ihrer Performance mal in ein freundliches, mal komisches, mal aggressives, aber immer befremdliches Verhältnis zum anwesenden Publikum setzt.

Caroline Creutzburg, geboren 1985 in Berlin, studierte zunächst Kostümbild an der Universität der Künste Berlin, bevor sie ans Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen wechselte. Sie initiiert eigene Bühnen-Projekte, bei denen sie immer wieder mögliche Konstellationen der Zusammenarbeit befragt. Ihr Duo „Eine Pistole, ein Tanz, etwas aus Holz, das was kann“ (in Kollaboration mit Sophie Reble) gewann den Jury-Preis des 100°Festivals Berlin 2010. „Seid gastfreundlich gegeneinander ohne Murren“ (2013) ist die Verzerrung der Figur des Showmasters. Die Live-Radioshow „B Open“ (eine Ensemble-Arbeit zusammen mit Franziska Dick, Rupert Jaud, Sophie Reble, Bettina Rychener und Maxi Zahn) tourte im Rahmen des Freischwimmer Festivals 2014/15 im deutschsprachigen Raum. Zusammen mit Maxi Zahn realisierte sie 2016 die Audioinstallation mit Skulpturen „League of Morons“ im Kontext des Festivals der Jungen Talente im Frankfurter Kunstverein. Mit „Nerve Collection“, das bisher in Berlin, Gießen, Frankfurt, Mannheim und Hamburg zu sehen war, widmet sie sich dem Soloformat zu einer Bestandsaufnahme des Selbst.

Ihre Arbeiten verfolgen ein beharrliches Interesse für gleichzeitig starke und offene formale Rahmensetzungen. Im Bewusstsein darum wird ein Agieren auf der Bühne entwickelt, das um eine innere, vom Spielraum ausgehende Logik organisiert ist. So entstehen Dramaturgien mit subtiler Konsistenz. Es begleitet sie stets die Frage nach dem vermeintlich Banalen, nach impliziten Formen der Adressierung und nach den Werten der Unterhaltung. Neben ihren eigenen Projekten kollaboriert sie als Performerin, Kostümbildnerin und Sound- und Lichtdesignerin in den Arbeiten ihrer ZeitgenossInnen.

Kommende HTA-Veranstaltungen

23.08. 10.30 Uhr Figaros Hochzeit
26.08. 15.00 Uhr Figaros Hochzeit
30.08. 21.00 Uhr SUPERQUADRA -Premiere-
01.09. 20.00 Uhr BIG DATA WEEKEND -Premiere-
21.00 Uhr SUPERQUADRA
02.09. 15.00 Uhr BIG DATA WEEKEND
19.00 Uhr BIG DATA WEEKEND
21.00 Uhr SUPERQUADRA
08.09. 15.00 Uhr Figaros Hochzeit
10.09. 12.00 Uhr Figaros Hochzeit -zum letzten Mal-

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